Typografie
/ EINFÜHRUNG IN KAPITEL 5
Die Typografie ist für das Reporting wesentlich, da Geschäftsberichte zu 80% aus Schrift und Tabellen bestehen. Die Typographie untergliedert sich in drei Unterkategorien: Makrotypografie, Mikrotypografie und Übersichtlichkeit der Tabellen.
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Mehr Informationen5.2 MAKROTYPGRAFIE
In der Makrotypografie geht es zunächst um den generellen Umgang mit Schrift und Text und die Frage, wie die Textart in Typografie übersetzt wird. Hat der Text informierenden oder appellativen Charakter? Wie werden Zitate eingebunden, wie wird ein Interview typografiert?
Die unterschiedlichen Informations- und Kommunikationsebenen des Textes sollten sich in der Typografie wiederfinden. Da sich Texte in einem Geschäftsbericht von literarischen oder journalistischen Texten erheblich unterscheiden, müssen Schriftfamilien, Sippen oder Systeme verwendet werden die für Inhalte der Finanzkommunikation angemessen ausgebaut sind. Da im Geschäftsbericht viele Ziffern und Zahlen, Eigennamen, Prozentzeichen, Währungsangaben usw. vorkommen, muss die Typographie z.B. mit integrierten Small Caps, Tabellenziffern und Proportional-Ziffern bzw. Mediävalziffern für den Text ausgebaut sein.
Es wird auch geprüft, ob Grund- und Auszeichnungsschriften harmonieren und spannungsvolle Stilkontraste bilden können. Ist der Gesamteindruck der Kolumnen und der Umbruch handwerklich sauber gearbeitet oder entwickeln sich die Satzkanten in Schlangenlinien, die den Lesefluss stören. Zu beachten ist auch das Flächenvolumen bei Aufsicht (Grauwert). So ist z.B. hellgraue Schrift auf weißem oder hochweißem Papier schlecht lesbar, insbesondere bei Kunstlicht.
BMW
Geschäftsbericht 2017
5.3 MIKROTYPOGRAFIE
In der Mikrotypografie wird die Lesbarkeit und ermüdungsfreie Leseatmosphäre des Textes analysiert. Unterstützend wirken neben den bereits erwähnten Small-Caps und Proportionalziffern auch Ligaturen, die einen ruhigen Lesefluss befördern.
Andererseits kann der Lesefluss durch viele Nachlässigkeiten gestört oder behindert werden. Störungen entstehen z.B. durch zu viele Silbentrennungen hintereinander in einem Satz und durch unpassende Wortzwischenräume. So ist ein Blocksatz mit vielen Freiräumen, der sogenannte Gassenbildung, schlecht lesbar, er stört das Auge im Zeilenfluß. Auch der Schriftschnitt soll angemessen sein, sauber auf dem Papier stehen und weder zu dünn noch zu hell sein.
Im weiteren wird analysiert ob der Schriftgrad, also die Schriftgröße, im Verhältnis zum Zeilenabstand und zur Zeilenlänge gut gewählt wurde? Sind Versalketten, die im Text oder als Auszeichnung eingesetzt werden angemessen spationiert oder zerfallen die Worte in Einzelbuchstaben? Schafft der Einsatz der typografischen Elemente eine ruhige und ermüdungsfreie Lesesatmosphäre?
VERSCHIEDENE GESCHÄFTSBERICHTE
Dyckerhoff 2007, angenehme Lesbarkeit, Small Caps. Gildenmeister 2012, Einzüge, Herraushebungen im Text, Small Caps für Prozentwerte und Zahlen.
5.4 ÜBERSICHT DER TABELLEN
Tabellen sollten wahrnehmungsfreundlich aufbereitet sein. Voraussetzungen hierfür sind: sie sollten in Bezug zum Text sinnvoll platziert sind, z.B. durch Nummerierung und Hinweise im Text. Außerdem sollten Tabellen einen deutlichen Tabellenkopf aufweisen, der sich vom Tabellenkörper abhebt und sie sollten sowohl in der Zeile als auch in der Spalte gut lesbar sein. Aktuelle Daten des Berichtsjahres sollten durch Hervorhebung deutlich wahrnehmbar sein.
Eine gute Lesequalität setzt weiterhin voraus, dass die einzelnen Ziffern unverwechselbar sind. In vielen (ungeeigneten) Schriften besteht Verwechslungsgefahr zwischen den Ziffern 3 und 8, zwischen der 5 und der 6, diese gilt es zu vermeiden.
Weitere Prüfaspekte sind: Sind die Punzen weit genug offen und die Formgebung der Zahl für die Leseführung eindeutig? Ist die Zifferngröße angemessen und stehen die Zahlen in der Tabelle sauber untereinander, das heißt stehen Kommawerte unter Kommawerten und ganze Zahlenwerte unter ganzen Zahlenwerten? Sind Indexziffern und Prozentzeichen entsprechend aus der Spalte herausgerückt?
VERSCHIEDENE GESCHÄFTSBERICHTE
Gildemeister 2009. Siemens 2013. Volkswagen 2013. Fresenius Medical Care 2016. ProsiebenSat.1 Media 2016.
5.5 »Best Practice« Beispiele im Videoformat
ZUMTOBEL GROUP
Geschäftsbericht 2010
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